CD Review blues.at

Susanne Plahl & The Lightning Rod Brand New Recipe (Styx, 55:30) Es ist nicht leicht, eine CD-Review über eine Künstlerin zu schreiben, die man persönlich kennt und der man freundschaftlich verbunden ist. Zu leicht kommt man in den Beigeschmack des „ist eh klar, die wird nichts Schlechtes schreiben“.

Andererseits ist es mir wirklich ein Bedürfnis, meine Gedanken zu Susanne Plahls CD „Brand New Recipe“ niederzuschreiben. Schließlich konnte ich an der CD-Produktion zwar nicht unmittelbar teilhaben, war aber doch durch die euphorischen Erzählungen der Künstlerin immer am Laufenden. Ich war sehr beeindruckt, mit wieviel Energie und Initiativen sie dieses Projekt vorantrieb. Und nun liegt das gute Stück vor mir, sonnengelb das Cover, die CD selbst helles Rot. Zwei Farben, die auch den Character der Sängerin – immer strahlend gut gelaunt und energiegeladen – wunderbar widerspiegeln.

Gleich mit der ersten Nummer „Except for me“ - eigentlich eine sehr fröhliche Nummer mit traurigem Text - steigt man schwungvoll in die CD ein. Da Susanne Plahl auch gerne mit Worten spielt, lohnt es sich unbedingt, auch den Texten (alle aus der Feder der Künstlerin!) vermehrt Aufmerksamkeit zu schenken. Gut, daß sie im Booklet abgedruckt sind! - Jede Frau mit halbwegs normalen Liebesleben wird sich in den Geschichten, die uns da musikalisch erzählt werden, wiederfinden (vielleicht auch so mancher Mann mit empfindsamer Seele!). Viele der Lieder sind mir gleich beim ersten Abspielen ins Ohr gegangen, einige möchte ich hier herausstreichen:Vor allem die Nr. 3 „Why me“ hat mich sehr berührt. Jede/r jemals verlassen Gewordene/r kann sich sofort in diesen Schmerz hineinversetzen. Nr. 8 „Down and confused“ gefiel mir gleich beim ersten Anhören total und hielt mich auch nach mehrmaligen Abhören gefangen. Er gehört zu meinen absoluten Tops dieser CD, genauso wie Nr. 10 „No money can buy“, ein wunderschöner Slow Blues. Die CD endet mit einer fröhlichen Reggae-Nummer. „Give your love“ ist ein Plädoyer an einen Freund, das sich jeder wünschen würde, der sehnsüchtig auf die Liebeserklärung eines anderen wartet.

Susanne Plahl hat für diese CD-Produktion eine Riege hochkarätiger Musiker um sich geschart. – Die nun schon mehrere Jahre dauernde Zusammenarbeit mit Hermann Posch hat stimmlich das Beste aus ihr herausgeholt. Bestach sie früher vor allem als Rocksängerin, verfeinerte sie in den Duo-Auftritten mit ihm die Nuancierung ihrer Stimme ungemein. Ihre Darbietung ist stimmig und gefühlvoll. Auch Hermann Posch zeigt sich (wieder einmal) von der herausragenden Seite. Seine Gitarrensolos stechen sofort heraus. Sandor Rigo am Sax war ein genialer Griff, die Nummern werden durch die Sax-Untermalung noch dynamischer und eindringlicher. Tom Hirschler und Sepp Grasl laufen auch zur Hochform auf. Man merkt, welch guter Geist der Zusammenarbeit bei den Aufnahmen durchs Studio wehte, auch bei den zahlreichen Gästen!Susi Plahl hat für sich ein „Brand new recipe“ gefunden. Mich hat sie damit eingekocht.