Rezension bluesnews 2015

„Colours” ist die zweite Platte, die die Wienerin Susanne Plahl seit 2010 mit ihrer sauber groovenden Band The Lightning Rod aufgenommen hat: 13 Songs hat Plahl, die auch eine folkig-fetzige Harp spielt, für das Album geschrieben. Gesanglich orientiert sich die Musikerin dabei am Blues von Kolleginnen wie Bonnie Raitt, …

Erfreulich ist dabei aber, dass Plahl erst gar nicht versucht, hier mit falsch angebrachtem Druck ein Bild abzugeben, das ihrem Naturell nicht liegen würde: Die seelenvolle Pianoballade „A River Runs Dry" ist ein gelungener, packender Exponent dieser natürlichen Vorgehensweise. Gitarrist Stephan Kutscher passt ebenfalls gut ins Bild: Auch er verfolgt seinen eigenen stilistischen Weg und biedert sich nicht bei irgendwelchen Vorbildern an. Der langsame, schleppende Blues „I Could Not Read" ist ein gutes Beispiel für das, was sich aus so einer Herangehensweise ergeben kann: packende Musik, die zwar eindeutig (Blues-. Rock- und Soul-)Traditionen folgt, gleichzeitig aber auf recht natürliche Weise für sich steht.
Dafür sorgen neben Plahl und Kutscher auch Keyboarder Christoph Kögler und die Rhythmusgruppe mit Constanze Höfflinger am Bass und Reinhard Hobart am Schlagzeug, die einen soliden Boden liefern, auf dem sich die Musik wie im emotional aufwühlenden, kraftvollen „Blues In My Soul” schön entfalten kann - der Song wurde übrigens mit eingen Gasten noch in einer zweiten, ruhigeren Version als Bonustrack für das Album aufgenommen. „Colours” ist genau das, was es verspricht: ein farbenfrohes und somit hörenswertes Album, das Beachtung verdient (rd)